"Tot aber glücklich"

Marc Ermich (links) und Oskar U. Ehrlich (rechts) gehen in ihrem Theaterstück „Tot aber glücklich“ der oft gestellten Frage nach dem Sinn des Lebens auf den Grund. Foto: (privat)

Das Zweimannstück, das im Auftrag der Bernd-Faßbender-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Hospiz in Hadamar am 15. März 2015 im Pfarrsaal von St. Marien, Limburg aufgeführt wurde, begeisterte die Zuschauer. Mit schlichten theatralischen Mitteln gelang es dem Life-Theater aus Hanau in spannender Weise, ohne irgendwelche Indoktrination und mit offenem Schluss jeden der Zuschauer mitzunehmen, sich über wesentliche Fragen des Lebens Gedanken zu machen.

Ein 35jähriger Mann, dessen Name nicht genannt wird, sieht sich nach einem Unfall in einer Situation zwischen Tod und Leben. Er kommt mit Oskar,seinem Unterbewusstsein in einen kritischen und spannenden Dialog.

Der Autor, Regisseur und Darsteller Marc Ermisch macht deutlich, wie wesentlich es ist, in diesem Leben, die Augenblicke zu leben, sich für Dinge und vor allem Menschen jetzt Zeit zu nehmen und nicht immer wieder Vieles aufzuschieben.

Kostbare Lebenszeit sollte nicht zu sehr für das Erreichen von finanziellen Zielen verschenkt werden. Muss ich jede Pflicht, jede Arbeit, jedes Geldverdienen annehmen? Es geht um mich und meine persönliche Entscheidung, die mir keiner abnehmen kann. Besteht das Lebensziel nur in der Leistung? Was uns bleibt, sind die Augenblicke, wo wir geliebt haben, Begegnungen mit Mitmenschen hatten, wo wir unsere Träume gelebt haben.

Nicht zuletzt durch das offene Ende und den „namenlosen“ Darsteller, wurde jeder behutsam in spannenden Dialogen zur Reflektion über das eigene, begrenzte Leben geführt.

Der Autor lud anschließend zum Dialog mit dem Publikum ein, der umso besser gelang, als die Frage nach dem Sinn des eigenen Lebens sich jedem stellt.Möglichkeiten, aus verfahrenen Lebenssituationen (Burn out, Verzweiflung, Ehe-und Familienkrisen,Trauer, Hoffnungslosigkeit usw.) heraus zu kommen und einen eigenen Standpunkt zu finden, bietet die anthropologische Medizin mit der Methode der Hagiotherapie nach Prof. Tomislav Ivancic, die im Hagio-Zentrum-Limburg vermittelt und angewandt wird. Sie leistet einen guten Beitrag auf der Suche nach einem gelingenden Leben.

Maria Haslinger

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