„Naturwissenschaft und Frohe Botschaft“

Die Verknüpfung von Leben und Licht in der Bibel und in der Naturwissenschaft

Vortrag im Hagio-Zentrum-Limburg am 20.10.2015 um 19.00 Uhr

Waltraud Malm

Angeregt zu diesem Vortrag wurde ich durch das Buch „Naturwissenschaft und Evangelisation“ von Prof. Dr. Günter Berwanger. In diesem Buch fragt Prof. Berwanger: Verträgt sich Wissenschaft mit der frohen Botschaft vom Reiche Gottes? und beantwortet diese Frage mit einem klaren Ja.

Wichtige Gedanken meines Vortags:

  1. Prof. Tomislav Ivancic, der die Hagiotherapie begründet hat, fand heraus, dass die Frohe Botschaft von Jesus Christus die Heilslehre für alle Menschen ist. Er sah auch, dass die Kirche mit ihrer Frohen Botschaft die Menschen heute nicht mehr erreicht, weil die kirchliche Sprache schwer belastet ist.

  2. Außerdem fand er heraus, dass die öffentliche Meinung in der modernen Welt geprägt ist von der Vorstellung, dass der Mensch nur aus Körper und Psyche besteht. Das christliche Menschenbild zeigt jedoch im Menschen drei Ebenen: die körperliche, die psychische und die geistige. Ein Anteil des Menschen wird also heute in der Heilkunde weitgehend nicht beachtet, und dies ist zudem noch der wichtigste, nämlich die menschliche Geistseele.

  3. Anfanghaft beschäftigt sich auch die heutige Medizin mit diesem Phänomen und das ist die anthropologische Medizin. Die a. M. beschäftigt sich mit den Leiden, die nur beim Menschen vorkommen. Die Forschung in der a. M. hat herausgefunden, dass ein sehr großer Anteil der Krankheiten, unter denen Menschen leiden, durch Verletzungen der Geistseele entstehen.

  4. Der christliche Glaube kennt die Geistseele, aber die Sprache des Glaubens wir heute nicht mehr verstanden. Die Hagio-Therapie versucht deshalb eine andere, mehr philosophisch geprägt Sprache zu verwenden. Eine solche Sprache findet sich im Johannes-Evangelium.

  5. Wenn wir uns in die Worte des Johannes-Prologs vertiefen, können wir daraus die Erkenntnis gewinnen: Alles, was es gibt kommt von Gott, und es gibt nichts, was nicht von Gott kommt. Es kann sich auch nichts von Gott entfernen, sondern alles ist in ihm enthalten. Da aber viele Menschen heute auf das Wort „Gott“ allergisch reagieren, verwenden wir lieber das Wort „Schöpfer“. Ein Kerngedanke in der Hagio-Therapie lautet: Der Mensch muss sich wieder mit seinem Schöpfer verbinden. Das ist der Anfang seiner Heilung. Der Mensch muss erkennen: Der Schöpfer der Welt ist auch meine Schöpfer. Er ist die reine Güte, von ihm kommt nur Gutes.

  6. Warum fällt es dem heutigen Menschen so schwer, dass zu glauben? Antwort: Die heutigen Menschen sind vom naturwissenschaftlichen Denken geprägt und meinen, durch diese Art zu denken sei es längst bewiesen, dass es Gott nicht gibt. In Wirklichkeit ist es anders: Echte Wissenschaftler, die gründlich und redlich arbeiten, finden gerade durch Wissenschaft den, den die Christen Gott nennen.
    Wenn der Mensch redlich und gründlich nachdenkt, gelangt er durch seine Fragen zum Ursprung aller Dinge, welcher durch vier Begriffe beschrieben werden kann. Diese vier Begriffe sind: Einheit, Wahrheit, Schönheit und Güte. Das bedeutet: Der Ursprung aller Dinge, den die Christen Gott nennen, ist einzig, reine Wahrheit, wahre Schönheit und Güte in Person. Diese vier Begriffe nennen wir Transzendentalien, weil wir mithilfe des Denkens eine Grenze überschreiten können. Transzendieren heißt hinübergehen: Im Geist überscheiten wir die Grenze zum Ursprung aller Dinge.

  1. Wenn die frohe Botschaft alle Menschen erreichen soll, muss sie neben der kirchlichen Sprache noch in einer anderen Sprache verkündet werden. Wenn ich sage: „Alles Gute kommt von Gott“, dann ist das zwar wahr, aber es fällt den heutigen Menschen sehr schwer, das zu glauben. Warum ist das so? Prof. Berwanger versucht mit seinem Buch eine Antwort zu geben. Er schreibt auf der Seite 11 seines Buches: „Als Physiker möchte ich versuchen, unseren Glauben auch von der wissenschaftlichen Seite her zu beleuchten. ( ) Die Arbeit soll beispielhaft zeigen, dass das Weltbild, das uns die modernen Wissenshaften vermitteln, nicht im Widerspruch steht zum Weltbild, welches uns der christliche Glaube vermittelt.“ Er zitiert eine Satz von Papst Johannes Paul II in seiner Enzyklika Fides et Ratio: „Glaube und Vernunft sind wie die beiden Flügel, mit denen sich der menschliche Geist zur Betrachtung der Wahrheit erhebt.“

  2. Prof. Berwanger erläutert: „Viele Denker sahen zur Zeit der Aufklärung im Atheismus eine notwenige Voraussetzung für das Betreiben echter Wissenschaft. Die Geschichte beweist allerdings das Gegenteil: Fast alle großen Forscher, welche die klassische Naturwissenschaft begründet haben, waren gottgläubig. Sie forschten nicht o b w o h l sie gläubig waren sondern w e i l sie gläubig waren. Sie forschten, weil sie hinter der schön und wunderbar empfundenen Sinneswirklichkeit einen göttlichen Plan zu erkennen glaubten, den sie noch ungleich größer , wichtiger und erhabener wähnten als die vordergründige Wirklichkeit.“ S15ff.

Zur Veranschaulichung , dass das Wort Gottes in der Bibel jeden Menschen anzusprechen vermag, weil es gerade nicht typische Kirchensprache ist, wird diesem Text ein sogenannter Liebesbrief beigefügt, welcher ausschließlich aus Bibelzitaten zusammengesetzt ist.

Waltraud Malm

 

Liebesbrief des himmlischen Vaters

 

Mein geliebtes Kind, du magst mich nicht kennen, aber ich weiß alles über dich /Ps 139,1. Ich weiß, wann du dich hinsetzt und wann du aufstehst / Ps 139,2. Alle deine Wege sind mir vertraut /139,3. Sogar die Haare auf deinem Kopf sind gezählt / Mt 10,29-31. Denn du bist nach meinem Ebenbild geschaffen / 1 Mose 27. In mir lebst du, bewegst dich und hast dein Sein /Apg 17,28. Du stammst von mir ab /7 Apg 17,28. Ich kannte dich sogar, noch bevor du empfangen wurdest /Jer 1,5. Ich habe dich erwählt, als ich die Schöpfung plante /Eph 1,11. Du bist kein Fehler/ Ps 139,15. Selbst alle deine Tage sind in mein Buch geschrieben /Ps 139,15.16. Ich habe festgelegt, wann du geboren werden solltest und wo du leben würdest /Apg 17,26. Du bist auf eine erstaunliche und wunderbare Weise gemacht /Ps 139,14. Ich habe dich im Leib deiner Mutter geformt /Ps 139,13. Und brachte dich hervor an dem Tag deiner Geburt /Ps 71,6. Ich wurde dir falsch dargestellt von denen, die mich nicht kennen /Joh 8, 43. Ich bin nicht weit weg oder gar zornig sondern die vollkommene Liebe in Person /1 Joh 4,16.

Es ist mein Verlangen, dich mit Liebe zu überschütten /1 Joh 3,1. Einfach, weil du mein Kind bist und ich dein Vater bin /1 Joh 3.1. Ich gebe dir mehr, als dein irdischer Vater dir jemals geben könnte /Mt 7,11. Denn ich bin der vollkommene Vater /Mt 5,48. Alle guten Gaben, die du empfängst, kommen aus meiner Hand /Jak 1,17. Denn ich sorge für dich und ich begegne allen deinen Nöten /Mt 6,31. Mein Plan für deine Zukunft ist gefüllt mit Hoffnung /Jer 29,11. Weil ich dich mit ewiger Liebe liebe /Jer 31,3. Meine Gedanken über dich sind unzählbar wie der Sand am Meeresufer /Ps 139,17. Ich werde nicht aufhören dir Gutes zu tun /Jer 32,40. Denn du bist mein kostbarer Besitz /2 Mose 19,5. Ich begehre von ganzem Herzen und ganzer Seele, dich in Sicherheit zu sehen /Jer32,41. Und ich will dir große und unfassbare Dinge zeigen / Jer 33,3. Wenn du mich von ganzem Herzen suchen wirst, werde ich mich von dir finden lassen /2 Mose 5,29. Erfreue dich an mir und ich werde die Wünsche deines Herzens erfüllen /Ps 37,4. Denn ich bin es, der diese Wünsche in dich hineingelegt hat /Phil 2,13. Ich kann mehr für dich tun, als du dir vorstellen kannst /Eph 3,20. Denn ich bin dein größter Ermutiger /2 Thess 2,16.

Ich bin auch der Vater, der dich in allen deinen Schwierigkeiten tröstet /2 Kor 1,3. Wenn du zerbrochenen Herzens bist, werde ich dir ganz nah sein /Ps 34,19. Wie ein Hirte ein Lamm auf den Schultern nach Hause trägt, so trage ich dich nahe an meinem Herzen /Jes 40,11. Eines Tages werde ich jede Träne von deinen Augen wischen /Off 21,4. Und ich werde allen Schmerz wegnehmen, den du auf dieser Erde erleiden musstest /Off 21,4. Ich bin dein Vater und ich liebe dich genauso, wie ich meinen Sohn Jesus liebe /Joh 17, 23. Denn in Jesus ist meine Liebe zu dir offenbart /Joh 17,26. Er ist das vollkommene Abbild meines Wesens /Hebr 1,3. Und er kam, um dir zu beweisen, dass ich nicht deine Sünden zähle /2 Kor 5,19. Jesus starb, damit du und ich miteinander versöhnt werden können /2 Kor 5,18. 4,10. Ich gab alles hin, was ich liebte, um deine Liebe zu gewinnen /Röm 8,32. Wenn du das Geschenk meines Sohnes annimmst, dann nimmst du mich an /1 Joh 2, 23. Komm nach Hause , und ich werde die größte Party im Himmel veranstalten /Luk 15,7. Ich werde immer dein Vater bleiben /Eph 3,14. Meine Frage ist: Willst du mein Kind sein? /Joh 1,12. Ich warte auf dich /Luk 15,11.

In Liebe, dein Papa, der allmächtige Gott

 

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